Das ist heute wichtig, Chef!

Die berühmteste Automarke der Welt kommt nach Steglitz

Ihre S-Klasse langweilt Sie? 7er fährt der Nachbar, Audis sehen alle gleich aus, Porsche mögen Sie nicht, und italienische Hersteller fahren die komischen Typen mit dicken Oberarmen und glattrasierten Köpfen, die immer vor dem Fitness-Studio parken? Keine Angst, Ihnen kann trotzdem geholfen werden.

Noch im Sommer dieses Jahres kommt die exklusivste Automarke der Welt an die Spree, die unbestrittene Königin im letzten, absoluten High-End-Segment des Kfz-Marktes: Rolls-Royce. Qualifiziert für den Vertrieb hat sich ein erfolgreicher Mittelständler aus dem Südwesten Berlins: Riller & Schnauck verkauft in Steglitz schon seit 1976 Automobile der Marke BMW.

Mittlerweile hat sich das Unternehmen auf sechs Standorte in Berlin, Brandenburg und Sachsen erweitert, zählt 400 Mitarbeiter und vertreibt neben den Kernmarken BMW und Mini mit ihren Derivaten auch Land Rover und Jaguar sowie die wundervollen Roadster aus der Manufaktur der Wiesmann-Brüder im Münsterland. Und jetzt also Rolls-Royce. Ein Jahr habe man gebraucht, um sich für den Standort zu qualifizieren, erklärt Dierk Harneid. Das Verfahren schloss mehrere Besuche am Produktionsstandort Goodwood in West Sussex mit Marktanalysen und Präsentationen ein. Was macht den Reiz an Rolls-Royce aus, warum unterwirft sich ein bereits erfolgreicher Händler dem Aufwand einer solchen Bewerbung? „Eben weil es nichts mit dem klassischen Automobilhandelsgeschäft zu tun hat“, erläutert Harneid.
Einen Rolls-Royce zu verkaufen, bedeute, einen Menschen dabei zu unterstützen, seinen automobilen Traum zu realisieren. Große Teile der Ausstattung unterliegen dem individuellen Geschmack des Kunden, Lack, Lederfarbe, selbst die Farbe des Keders seien freie Entscheidung des Käufers, bis hin zur Auswahl der Holzsorten. Und dass in der Manufaktur in England nur die besten Materialien zum Einsatz kommen, versteht sich ohnehin von selbst. „Das ist ein bisschen wie Jachtbau“, bestätigt Harneid. Dabei kann der Kundengeschmack durchaus seltsame Blüten treiben: So erzählen Harneid und sein Marketing Manager Ronny Laschinski die Geschichte aus England, wo eine Käuferin darauf bestand, ihren neuen Rolls in der Farbe ihres bevorzugten Nagellacks zu erhalten, der offenbar eine klare Tendenz zum Pink hatte.
Ihr Wunsch wurde selbstverständlich erfüllt, in Goodwood kolportiert man aber heute noch die Story, wie die beiden Testfahrer, die jedes neue Modell vor der Auslieferung auf Herz und Nieren prüfen, sich gegenseitig des Fahrzeug zuschoben, um nicht mit dem rosafarbenen Raumschiff im Ort gesehen zu werden. Apropos Testfahrt: Wie fährt sich denn ein Rolls- Royce? Bei der Frage glänzen die Augen beider Herren. „Elation“ ist der englische Ausdruck für das Fahrgefühl, ins Deutsche nur vage zu übersetzen mit „Begeisterung, Hochstimmung, Jubel oder Stolz“. Das Auto sei trotz seiner Größe völlig problemlos zu bewegen, erklärt Harneid, und durch die üppige Motorisierung trotz des sänftenhaften Dahingleitens ausreichend agil, um jederzeit Reserven zu mobilisieren. Selbst der in Berlin erwartete Sozialneid sei bislang nicht aufgetreten.

Seit zwei Monaten habe Riller & Schnauck ein Modell Ghost im Fuhrpark, bislang seien keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht worden. Firmengründer Kurt Schnauck jedenfalls sei von dem Auto in hohem Maße begeistert und bewege das gute Stück mit großer Selbstverständlichkeit auch im Berliner Stadtverkehr. Harneid: „Den kriegen wir da nicht mehr raus.“
Insofern stehen die Chancen für Riller & Schnauck vielleicht gar nicht so schlecht, das angestrebte Ziel von zwei Dutzend Fahrzeugen im ersten kompletten Geschäftsjahr auch zu erreichen. Zwei Modelle gibt es, „Einstiegsmodell“ ist der Ghost mit einem Grundpreis von einer runden Viertelmillion Euro, der Phantom kostet mehr als 400.000 Euro, richtet sich aber eher an Menschen, die sich lieber fahren lassen.
Dierk Harneid jedenfalls ist davon überzeugt, dass der Rolls – wie schon in Hamburg oder München – auch in Berlin demnächst ein etwas weniger exotischer Anblick im Straßenbild sein wird. Dafür setzt er nicht nur auf den Komplettumbau eines eigenen Verkaufsgebäudes auf dem Gelände am Hindenburgdamm, sondern auch auf ein Expertenteam im Verkauf, bestehend aus einem erfahrenen RR-Verkäufer einer anderen Niederlassung und einem früheren Bentley-Markenbotschafter. Gemeinsam mit dem in England geschulten Werkstatt-Team wollen die Steglitzer dann von der ersten Stunde an den Service bieten, den Rolls-Royce-Kunden erwarten – ganz egal, ob russischer Oligarch oder Marken-Aufsteiger aus Berlin.

 

Kontakt
Riller & Schnauck
Hindenburgdamm 68
12203 Berlin
Tel.: 030 790095
www.riller-schnauck.de

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