Das ist heute wichtig, Chef!

Profitable Zauberformel Symbiose

Eckert & Ziegler, Glycotope, Fresenius – das sind die Namen florierender Firmen der Medizintechnik und Biotechnologie auf dem Campus Berlin-Buch. Hinter MRI.Tools, EPO, Alrise Biosystems, aokin oder BioTeZ verbergen sich neue, aufstrebende Unternehmensorganismen im BioTechPark Berlin-Buch, die mit Spitzenleistungen und -produkten wachsen wollen. Alle eint eins: Sie profitieren gegenseitig vom dichtgewebten symbiotischen Netzwerk des Campus.

Gemeinsames Agieren eigenständiger Strukturen zum gegenseitigem Nutzen, so ist kurz und sachlich Symbiose zu umschreiben. Die funktioniert am besten, wenn Einzelorganismen zueinander passen, ohne sich aufwendig anpassen zu müssen. Dafür bietet der Campus Berlin-Buch unter dem Motto „Der Gesundheit verpflichtet“ den passenden Nährboden.

51 Firmen der Medizintechnik und Biotechnologie haben sich bis heute schon im BioTechPark des Campus angesiedelt. Von Anfang an streckten sie ihre Fühler aus, um zu erkunden, wer von den anderen Bewohnern dem eigenen Fortkommen dienen kann und dockten an, wo ein gemeinsamer Mehrwert zu erzielen ist. So akkumulieren die Nutzer des BioTechParks gemeinsam rund 140 Mio. Euro Umsatz im Jahr durch zahlreiche Symbiosen kompatibler Wirtschaftspartner, wie das Trio aus Glycotope GmbH, EPO GmbH und dem Campus-Primus Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG.

Glycotope, gegründet 2001 von Dr. Steffen Goletz mit Beteiligung von Dr. Andreas Eckert, dem Gründer der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG, entwickelt auf dem Campus Biotherapeutika mit der von Dr. Goletz geschaffenen Technologie-Plattform GlycoExpressTM. Dabei werden Zuckerketten optimiert, die Bausteine von Zelllinien der Biotherapeutika sind. Ziel sind effektivere Wirkstoffe, zum Beispiel Antikörper zur Krebstherapie. Für den Prozess braucht Glycotope radioaktive Isotope als Marker für die Antikörper. Da Eckert & Ziegler die dazu passenden Verfahren hat, war eine Kooperation fast reine Formsache – seit rund 10 Jahren besteht sie. Was Glycotope auch braucht, ist ein Partner, der pharmakologisch-onkologische Prüfungen der Therapeutika beherrscht und anbietet. Den fand man mit der EPO GmbH nur einige Türen weiter im BioTechPark. Auch diese Symbiose ist nun stabil und gegenseitig nutzbringend. Allein Glycotope konnte von 27 auf heute 140 Mitarbeiter in Berlin-Buch und Heidelberg wachsen und hat gerade den vierten Wirkstoff in die Klinik gebracht. In Österreich läuft die Phase-I-Studie zur Behandlung von Patienten mit dem Tumor-Antikörper TrasGEXTM.

Der Glycotope-Symbiosepartner Eckert & Ziegler gehört zu den ganz Großen in Berlin-Buch, setzte 2010 insgesamt 111 Mio. Euro um und hat im Mai auf dem Campus den Grundstein für einen Neubau mit 5.000 m² gelegt, investiert neun Mio. Euro in ein Radioisotopen-Entwicklungszentrum, Produktionslabore und einen Inkubator.

Als profitable Symbiosepartner werben auf dem Campus aber nicht nur Unternehmen umeinander. Besonders begehrt sind zwei große, universelle Organismen mit erheblichem Potenzial: das 1992 gegründete Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) von der Helmholtz-Gemeinschaft und das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), gegründet 2001. Mit Grundlagenforschung, Großgeräten und Angeboten für interdisziplinäre Projekte bieten sie nicht nur als Forschungspartner idealen Nährboden für die Unternehmen. Mit dem PreGo-Bio-Programm generiert das MDC Tochterorganismen, die Spin Offs – Ausgründungen durch MDC-Forscher wie die MRI.TOOLS GmbH. Das Unternehmen ist schon ein lebensfähiger Organismus, seit es aus dem MDC heraus gemeinsam mit der Berlin Ultrahigh Field Facility gegründet wurde. Gerade hat MRI.TOOLS für EasyACT, ein in Symbiose mit der Charité entwickeltes Gerät zur Synchronisierung medizinischer Bildgebung, das CE-Zertifikat erhalten. Jetzt wird das System zur MRT-Schnittbildgebung des Herzens von Berlin-Buch aus vermarktet. Internationale Wissenschaftler und klinische Praktiker sehen großes Marktpotenzial.

Den Markt hat auch Dr. Enno Klußmann im Visier. Für seine neue Therapie gegen Herzschwäche durch gezielte Hemmung negativer Zellaktivitäten in Herzmuskel und Nieren stehen jetzt ein potenzielles Medikament und die Ausgründung einer Firma auf dem Campus Berlin-Buch auf dem Plan. Die Therapie hat Dr. Klußmann mit seinem Team am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) entwickelt und beim Campusnachbarn MDC perfektioniert.

Die Forscher gründen aber nicht nur als Unternehmer aus, sondern bringen auch viel ein. Expertise und Brain durch wissenschaftlichen Austausch und internationale Kongresse auf dem Campus sowie „Nährstoffe“ für den Campus-Organismus. Förderungen von jeweils 2,5 Mio. Euro vom Europäischen Forschungsrat haben gerade die Neurobiologen Prof. Gary Lewin (MDC) und Prof. Thomas Jentsch (MDC/FMP) nach Buch geholt, jeweils 1,5 Mio. Euro die beiden Nachwuchsgruppenleiter Prof. Michael Gotthardt und Dr. Jan-Erik Siemens (beide MDC).

Die Ergebnisse der Forschungsprojekte dürften einige der Symbionten unter den Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch schon jetzt begehren, um ihre Geschäftsfelder zu erweitern. Ausdehnung steht auch für den Wirt, den Campus, auf dem Plan. Er soll nun als Kern eines komplexen Gesundheitsstandorts Berlin-Buch wachsen – gefördert u. a. durch das Programm „Wirtschaftsdienliche Maßnahmen“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Programm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW 11/11), von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen sowie dem Bezirksamt Pankow.

Diese Vernetzung mit neuen Symbionten, wie Wohnungsgesellschaften, hat ein Ziel: Immer mehr Unternehmer, Gründer, Forscher und Entwickler sollen sich nicht nur auf dem Campus, sondern auch in seinem Umfeld zu Hause fühlen und vom neuen Gesundheitsstandort umfassend profitieren.

 

Campus Berlin-Buch

www.campus-berlin-buch.de

 

BBB Management GmbH

www. bbb-berlin.de

 

 

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