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KfW-Studie: Wie lange kann der deutsche Mittelstand der Krise noch trotzen?

Noch stehen die meisten Unternehmen solide da, doch die Dauerkrise in Europa wirft erste Schatten auf den langjährigen Erfolg des deutschen Mittelstands. Die Umsätze wachsen nur langsam, die Renditen schrumpfen – die Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanel 2013 zeigen, dass die Widerstandsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen langsam nachlässt. Erstmals seit fünf Jahren schrumpften 2012 die Eigenkapitaldecken. “Der ‘Jobmotor Mittelstand’ beginnt zu stottern”, heißt es in der Studie.

Der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, sagte dazu: “Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland haben es im Vergleich mit anderen Staaten in Europa gut durch die Krise der letzten Jahre geschafft. Dies hat auch Kräfte gekostet.” Teile des deutschen Mittelstand würden auch von der Substanz leben.

Vor allem kleine Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern haben zu kämpfen. Ihre Entwicklung kopple sich ab, warnt die Studie. Die Umsatzrenditen sanken in dieser Gruppe am deutlichsten, sodass die Eigenkapitalquote der Kleinen erstmals seit fünf Jahren wieder zurückging – von 23,5 auf 18,5 Prozent. Die Krise trifft damit die Basis des deutschen Mittelstands: Ganze 92 Prozent der Betriebe fallen in diese Gruppe.

Alarmierend ist auch, dass der Anteil der investierenden Unternehmen wiederholt zurückging – und das trotz historisch guter Bedingungen am Kreditmarkt. Nur 41 % der Mittelständler tätigten 2012 Investitionen. Dabei gehe die Schere zwischen kleinen und großen Unternehmen weiter auf.

Setzt sich diese Entwicklung weiter fort, seien Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands wahrscheinlich, so Zeuner. “Es gilt daher jetzt umso mehr, seine Stärken zu erhalten und zu fördern: Größenvielfalt, eine ausgewogene Branchenstruktur, eine starke industrielle Basis, Innovationsfreude und Kundenorientierung. Dafür müssen die Wachstumskräfte vor allem in Europa gestärkt und das Investitionsklima verbessert werden.”

Die Studie ist hier abrufbar.

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