Das ist heute wichtig, Chef!

Ausgelassene Kaufleute

Wirtschaftskrise hin oder her – einmal im Jahr feiern die Unternehmer im Wirtschaftswunder-Land BB unter sich. Die IHK Potsdam lud zum Ball der Wirtschaft Land Brandenburg ins Kongresshotel an den Templiner See. Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller bat beim traditionellen VBKI-Ball im Hotel Intercontinental zum Tanz. Der hat sich vom Geheimtipp zu einem der Höhepunkte der Ballsaison gemausert.

Die 600 Gäste beim traditionellen VBKI-Festball zeigten sich von Beginn an entspannt und fröhlich. So eröffnete Gastgeber Klaus von der Heyde nicht wie üblich mit der Gattin des ägyptischen Botschafters und Schirmherren Ramzy Ezzeldin Ramzy den Ball, sondern mit dessen Tochter Nevine. Spaß haben, nicht diskutieren und analysieren, sondern plaudern und sich amüsieren war die Devise. Bei den Gesprächen an der Champagnerbar ging es meistens um den letzten Urlaub, das Wetter oder gemeinsame Bekannte. Dass sich Berlins Regierender Klaus Wowereit mal wieder nicht blicken ließ, beschäftigte scheinbar niemanden. Es gab genug Stammgäste wie FDP-Politiker Martin Lindner, KPM-Chef Jörg Woltmann, Mercedes-Benz-Niederlassungschef Walter Müller, den brandenburgischen Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, IHK-Präsident Eric Schweitzer und DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Große Unternehmen luden an ihre Tische, um Kundenkontakte zu pflegen, wie zum Beispiel Vattenfall, Gazprom, Bombardier oder die Wall AG. Man könne sich hier in aller Ruhe unterhalten, es gebe kein Blitzlichtgewitter, und obwohl der Dresscode elegant sei, könne man viel Spaß haben, so VBKI-Geschäftsführer Udo Marin. „Ich treffe hier Menschen, die ich gut kenne. Es ist gesellschaftlich homogen und ein Fest von Freunden für Freunde“. Natürlich feierte man nicht zum Selbstzweck: Der Erlös ging an das VBKI-Bürgernetzwerk-Bildung.

Auch beim 10. Ball der Wirtschaft Brandenburg wurde für den guten Zweck getanzt. „Unser Ball ist eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse in der Metropolregion. Er spiegelt ein hervorragend funktionierendes Netzwerk wider und unterstützt immer ein anerkanntes karitkatives Projekt – in diesem Jahr den Iris-Berben-Fonds für die Hirnforschung“, betonte Hausherr und IHK-Potsdam-Präsident Victor Stimming. Außer Iris Berben waren auch hier keine Stars zu finden. Dafür 800 gut gelaunte Gäste, unter ihnen Ministerpräsident Matthias Platzeck und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers. Die Finanzkrise wurde so gut wie nicht erläutert. Tagesordnungspunkte waren gute Unterhaltung und Networking.

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